Niemals!

Wichtig ist ein ausgewogenes Training.

Besonders im höheren Alter nimmt die Beweglichkeit zunehmend ab. Wer den Muskel regelmäßig trainiert, verhindert langfristige Verkürzungen der Muskulatur, Sehnen und Bändern.

Ich war 30 Jahre alt, als ich 2011 mit Pole anfing. Dank meiner Arbeit im Getränkemarkt, hatte ich eine gute Grundmuskulatur, aber Mobility und Flexibilität (ja, dazwischen gibt es einen Unterschied – im nächsten Beitrag mehr dazu) hatte ich nicht wirklich.

Ich liebte von Anfang an natürlich alle Kraftmoves, weil die gut gingen, aber mit dem Dehnen hab ich mich sehr schwer getan. Um genauer zu sagen, ich hasste es! Aber ohne eine entsprechende Beweglichkeit kommst du beim Aerial Sport nicht weit. Dein Körper braucht den richtigen Ausgleich an Kraft und Beweglichkeit, damit du lange gesund durchs Leben gehen kannst und schöne Moves beim Aerial Sport hinbekommst.

Ich entschloss mich also Stretchingkurse zu buchen, bei einer Kontorsionistin (Schlangenmensch). Wenn schon, denn schon. Man das war hart! Ich wurde auseinander gezogen, gedrückt und gequält. Die Angst einer Zerrung war immer dabei, aber der Wille war stärker. Außerdem sind viele Tricks so viel einfacher, wenn man eine gute Mobilität hat. Irgendwann begann ich dann mit Yoga und Pilates. Dann kam der Punkt an dem ich so weit war mich selbst gut stretchen zu können. Ich habe mir alles mögliche an Wissen über Dehnung, Mobilität und Flexibilität angeeignet, um zu wissen, dass drücken und ziehen nicht die Beste Variante ist, um beweglicher zu werden. Ich lernet mich entspannt zu dehnen. Du spürst auf einmal wie gut es deinem Körper tut.

Gib deinem Körper seinen verdienten Freiraum und du wirst glücklich!“

Deine Bewegungen werden viel anmutiger, deine Atmung geht viel tiefer und dadurch wirst du viel entspannter. Blockaden und Verspannungen lösen sich. Und auf einmal erwischt du dich wie du dich an der Bushaltestelle lang ziehst und deinen Bandscheiben wieder Platz  gibst^^.

In einem optimal gestalteten Krafttrainingsplan darf ein ausreichendes Muskeldehnprogramm nicht fehlen.

Es dauert. Ja, um in entsprechende Posen (z.B. Spagat) zu kommen, bedarf es Zeit, viel Zeit. Je nachdem wie deine Genetik und deine allgemeine Fitness ist. Ob Spagat möglich ist oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab. Manche Menschen haben ungünstige Hüftstellungen, die Spagat unmöglich machen und jedes Training vergeblich ist, beachten also deine maximale Flexibilität in den Hüften. Bist du dir unsicher, so frage bei einem Osteopathen nach. Wer unter Arthrose, Rheuma oder anderen Gelenkproblemen leidet, der sollte keine extremen Belastungen für die Gelenke provozieren – alles, was die Hüfte beweglich hält, ist gut, jedoch maximale Belastung wie Spagat kann zu viel sein. Wichtig ist auch die Art und Weise wie du dehnst. In unseren Tutorials hast du immer einen Mix aus passiven und aktiven Übungen. (Im nächsten Beitrag mehr dazu)

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Die wichtigsten Fakten:

  • Ja, mit dem Alter nimmt die Elastizität in deinem Körper an, aber du kannst etwas dagegen tun. Du solltest etwas dagegen tun!
  • ein gutes Warm Up sollte vor jeder Stretchingeinheit vorangehen.
  • 10- 15 Minuten Stretching täglich reichen am Anfang völlig aus.
  • Nein, du musst nicht lange in der Endposition verharren, ein regelmäßiges Training ist besser als nur einmal die Woche aber dafür sehr lang.
  • Höre auf deinen Körper, spüre nach.
  • Ein Dehnungsschmerz ist ein Wohlschmerz, kein Aua-Schmerz.

Im Detail:

  • Bleibe aktiv und erhalte dir deine Beweglichkeit, bzw. hol sie dir zurück indem du täglich etwas Sport machst, dazu gehört auch ein längerer Spaziergang.
  • Eine warme Muskulatur ist eher bereit gedehnt zu werden. Ein Warm Up verringert das Verletzungsrisiko.
  • Dein Körper erinnert sich an Bewegungen und umso öfter du dich dehnst, desto schneller gewöhnt sich dein Körper daran. Denk aber auch an deine Pausenzeiten. Ein Müder Körper braucht Regeneration. Täglich ein paar kleine Stretchingeinheiten sind viel Wert. Fühlst du dich für längeres Dehnen bereit, so mach das, ohne Stress.
  • Wenn du in einer Position nicht mehr entspannt atmen kannst, dann ist es zu viel! Geh wieder ein kleines Stück zurück.

Schlusswort:

Nach 6 Jahren intensivem Stretching möchte meine Hüfte immer noch keinen Querspagat zulassen, und das ist auch völlig ok!

Nicht jeder Körper ist für alles geschaffen! Bevor ich mich in Positionen bringen, die Verletzungen mit sich führen, verzichte ich lieber auf einen schönen Move. Es gibt so viele andere schöne Elemente/ Tricks die ich machen kann.

Hör auf deinen Körper, spüre nach und behandle ihn mit Respekt, er hat es verdient.